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Neues Zuhause

Pfingstmontag, 21.5.2013

Eine Horrornacht

Unsere Nachbarin Bianca hat mich eingeladen. Seit kurzem ist sie stolze Hundebesitzerin von Marie, einer niedlichen, kleinen Malteserwelpe. Sie möchte, dass wir uns kennenlernen und miteinander spielen.

Voller Freude sprinte ich auf Marie zu, fordere diese halbe Portion zum Spiel auf. Sie schreckt zurück. Ich glaube, sie hat Angst vor mir. Warum nur? Ich tue ihr doch nichts. Zitternd sucht der kleine Angsthase Schutz bei Bianca, die sie auf ihren Arm nimmt. Ich höre genau, dass die beiden frischgebackenen Hundebesitzerinnen Ina und Bianca über uns tratschen. Viel verstehe ich nicht davon , nur, dass Marie nachts immer allein in ihrer Hunde-Box schlafen muss, weil sie ihre Schlafstätte bestimmt nicht beschmutzt. Was für eine Foltermethode, die Kleine tut mir leid! Die Nächte ganz allein, eingesperrt und abgeschnitten vom Rudel in einer Box zu verbringen, was für eine Qual! Und dabei noch solange anhalten zu müssen, bis ihre Halter sich bequemen, sie aufs Örtchen zu führen. Das kann leicht mal in die Hose gehen. Wir wissen doch, dass die menschliche Rasse zu dumm ist, um unsere eindeutigen Anzeichen zu kapieren. Meist merken sie es erst, wenn`s zu spät ist. Und wer ist dann schuld daran? Natürlich wir Welpen. In meinem Spielzimmer bestimme immer noch ich, wohin ich pinkele und zu welchem Zeitpunkt. Da lasse ich mir nicht reinreden.

Heute Nacht darf ich bei Frauchen im Schlafzimmer schlafen. Jippie! Was soll die Hunde-Box in der Ecke? Arglos schlüpfe ich hinein, schnuppere an meiner Kuscheldecke und schwupps fällt die Tür zu. Eingesperrt. EINGESPERRT! Ich will raus hier! Ich fiepe, winsele, belle. Nützt nichts, keiner lässt mich frei. Ich randaliere, kämpfe wie wild, versuche mich aus dem Gefängnis zu befreien. Keine Chance. Ich hechele damit ich überhaupt Luft bekomme. Warum tun sie mir das an? Die ganze Nacht drücke ich kein Auge zu. Wären doch bloß meine Geschwister hier, oder Anna Maria. Ich brauche so sehr ihre körperliche Nähe. Dann fühle ich mich sicher und geborgen. Jauuuuuuuuul.

 

 

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