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Wie konnten wir jemals ohne Hund leben? Ohne Elvis.

Wir sitzen bei Züchterin Anna-Maria im Garten, trinken gemütlich Kaffee und schauen dabei dem quirligen Treiben der bildschönen Golden Retrieverwelpen zu. Einer tappst unbeholfen auf uns zu, schnüffelt neugierig an Mickys herunter baumelnder Hand, leckt sie und knabbert genüsslich an einem Fingern. Er blickt hoch, seine dunkelbraunen Kulleraugen betrachten uns aufmerksam. Der Blick geht direkt ins Herz. Das war eindeutig.

Die Entscheidung ist gefallen. Er hat uns ausgesucht! U N S ! Die wir keine Ahnung von Hunden haben. Kinder wollten wir in jungen Jahren haben, aber das hat damals nicht geklappt. Und hätten wir uns nicht so viele Sendungen des Hundeflüsterers Cesar Milan angeschaut, wären wir wohl nie dazu gekommen, uns einen Hund zuzulegen. Also: Hund statt Kind. Immerhin gehen wir ja auf die Rente zu.

Wer kann diesem kleinen Racker schon widerstehen? Natürlich ist Elvis der schönste Hund der Welt. Mit seinem weißen, gelockten Fell, seinen blonden Wimpern, seinen Rehaugen, seinem schwarzen Stupsnäschen und der weichen, rosa Zunge hat er unsere Herzen im Sturm erobert. Und dann heißt er auch noch Elvis, wie für uns bestellt. Micky, obwohl Musiker, aber selbst kein Elvis Presley Fan, war sofort von der kleinen Knutschkugel und sogar von dem Namen begeistert.

Es dauerte noch drei Wochen, bis wir ihn dann endlich abholen konnten. Eine Blasenentzündung des Rackers musste erst auskuriert werden. Ungeduldig fieberten wir auf den Abholtermin hin. Als es endlich soweit war, flossen bei Hundemutti Anna-Maria die Tränen, aber wir waren glücklich, so glücklich wie lange nicht mehr. Endlich konnten wir ein Lebewesen umhegen, es erziehen und heranwachsen sehen.

Aber es kam anders. Schon auf der Rückfahrt musste Elvis sich übergenben, das Erbrochene ergoss sich über meinen Oberkörper. Ich musste schnell handeln, denn der kleine Rabaucke fraß das Zeug gleich wieder auf. Wie ekelig!

Und das war erst der Anfang. Denn bis zur Stubenreinheit war noch ein langer Weg. Kaum hatte er gefressen oder getrunken, erleichterte er sich umgehend. Er war eine echte Pinkelmaschine. Wir konnten gar nicht so schnell hinterher wischen, wie er sich löste.

Unser ganzes Leben hat er durcheinander gewirbelt. Da war nichts mehr mit auf der Couch abhängen oder nachts durchschlafen. Pinkel-Elvis forderte sein Recht, wann immer es ihm überkam.

Tja! Wir haben noch nie so viele Spaziergänge gemacht. Bei Wind und Wetter hat uns keiner vor ihm vor die Tür gebracht. Und heute? Ein tiefer Hundeblick und schon hat er uns um seine Pfote gewickelt und wir erfüllen (fast) alle Wünsche.

Unser Leben dreht sich weitgehend um ihn. Ein Urlaub ohne Elvis ist kein Urlaub. Ein Ausflug, eine Feier ohne ihn - unvorstellbar. Er gehört zu uns, wir sind eine Familie. Wir lieben ihn und sind stolz auf ihn. Wenn wir ihm zuschauen, wie er über die Felder wetzt oder seinen Leuchtturm aus dem Meer holt, dann geht uns das Herz auf. Er steckt uns mit seiner Lebensfreude an. Um nichts in der Welt würden wir ihn wieder hergeben. Unser Leben hat sich verändert, aber es ist um soviel besser geworden. Danke, Elvis, dass es Dich gibt.

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